Meine Beweggründe, foursquare und Co zu nutzen.

Nachdem Verena Delius heute wieder einmal erwähnte, dass sie foursquare nicht (mehr) nutze und es auch nicht bereue, wird es endlich mal Zeit, diesen Blogpost zu schreiben.

Warum nutze ich 4sq und parallel auch noch friendticker, seltener Facebook Places, Gowalla, Qype, Brightkite? Warum nutze ich überhaupt location-based services? Warum sollte man das überhaupt tun? – „Oh Gott, Kind – wie kannst Du nur aller Welt sagen, wo Du bist? Hast Du denn keine Angst, dass man bei Dir einbricht?“ – wären wohl die Worte meiner Mutter, wenn sie wüsste, was ich so den lieben langen Tag mit meinem iPhone so mache.

Am Anfang war die Nutzung von foursquare eigentlich der übliche (german) early-adopter Hype. Gebe ich gerne zu, aber es hatte auch diese spielerische Komponente (die mittlerweile etwas verloren gegangen ist), man battelte um den Wochensieg, um Mayorships, um Badges. Heute sind die Wochencharts schwieriger einzusehen (zumindest auf der iPhone-App ist es etwas versteckt). Mittlerweile ist die Spielebegeisterung auch einer gewissen Routine gewichen. Es passiert schon automatisiert, dass ich mein iPhone ziehe, sobald ich eine Location betrete und mich einchecke. Doch warum checke ich mich auch an Bushaltestellen und S-Bahn-Stationen ein? Ganz einfach: ich bin eine Frau, Ende 20, manche bezeichnen mich als nicht unattraktiv, ich bin oft allein und dann auch spät in Hamburg oder anderen Städten unterwegs – es ist schlicht und einfach der Sicherheitsaspekt. Ganz stinklangweilig. Ich habe genügend Freunden, Bekannten und Netzwerkern meine Location auf 4sq, friendticker und Co. freigegeben – wenn man von mir länger nichts hört, ist es so möglich einzugrenzen, wo ich mich zuletzt aufgehalten haben könnte.

Man muss aber dazu sagen, ich logge mich auch schon mal nicht in Locations ein, wenn es sich um Privatwohnungen handelt, die noch nicht angelegt sind oder wo es die Bewohner etwas dagegen haben und „off the grid“ logge ich mich hauptsächlich ein, wenn ich bei meiner Familie bin. In solchen Situationen gebe ich auch keine Hausnummern an, um einen gewissen, wenn auch geringen Schutz der Privatsphäre aufrecht zu halten.

Warum ich nun meine Locations (meistens) nicht zu Facebook und/oder Twitter pushe?

  1. es nervt in sämtlichen Timelines
  2. nicht alle meine Follower sind mir bekannt, sodass es sie etwas anginge – da schwingt auch wieder der Sicherheitsaspekt mit
  3. nicht alle meine Facebookfreunde sind so eng mit mir, dass sie immer wissen müssen, wo ich bin
  4. in allen location-based services kann man „Freunde“ bestätigen (oder auch nicht), so dass man weiß, wer die Location angezeigt bekommt
  5. wenn ich denn mal pushe, dann nur zu Twitter und mit einer bestimmten Message, z.B. wenn ich verabredet bin und ich mich verspäte, weil ich die S-Bahn verpasse – aber solche Tweets sind sehr selten.

Oftmals taucht mein Twittername aber in Tweets auf, wenn Freunde sich so öffentlich einloggen. Das ist mir schon manchmal nicht recht, aber das lässt sich nur schwer verhindern, wenn es sich z.B. um ein Networking-Treffen handelt. Das ist dann halt Schicksal. Wenn ich das verhindern wollte, hätte ich den Service halt nicht nutzen sollen. Es ist immer noch meine freie Entscheidung gewesen, mich da an dieser Stelle eingeloggt zu haben.

Und: liebe Einbrecher – es lohnt nicht. Das iPhone ist immer bei mir, andere Wertgegenstände besitze ich nicht (oder sind nur emotionaler Natur) und was wisst ihr schon von meinem Mitbewohner und seinem Hund…😉

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2 thoughts on “Meine Beweggründe, foursquare und Co zu nutzen.

  1. Michael Kupfer 16. Januar 2011 um 17:51 Reply

    Seh ich genauso, neulich als ich mich erst bei einem Arzt und danach bei einem Krankenhaus eingechecked hatte, kamen Anfragen, was denn los sei. Man weiß zwar, wo ich bin, aber das kann auch seine Vorteile haben.
    Ich sende meine Checkins nur zu Twitter, da mein Vater Facebook nutzt und ähnliche Aussagen tätigen würde wie Deine Mutter.

  2. Anonymous 6. April 2011 um 17:20 Reply

    Der Beitrag ist zwar schon älter, aber ich sag trotzdem mal was dazu. Ich habe für mich den Nutzen von Foursquare und Co. (btw., was ist eigentlich mit loca.li?) noch nicht wirklich erkannt und spiele eigentlich mit allen rum, einfach weil es irgendwie doch Spaß macht und um irgendwann zu verstehen, um was es eigentlich geht. Mein Problem ist, nicht nur bei den den Location based Services, sondern bei dem ganzen sozialen Kram, dass mein RL Umfeld nicht oder nur sehr eingeschränkt kompatibel ist. Und bezüglich der Einbrüche mache ich mir durchaus auch Gedanken, zumal wir bereits zweimal das zweifelhafte Vergnügen hatten. Andererseits, wenn ich weg bin, heißt es ja nicht, dass niemand zuhause ist.

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