TEDxHamburg „Realities rebuilt“ – Review

Endlich komme ich dazu, mein kleines Review zur TEDxHamburg am 24.05.2011 zu schreiben. Unter dem Thema „Realities rebuilt“ fand die TEDx zum 2. Mal in Hamburg im Curio-Haus statt und war wiederum sehr gut besucht. Mittlerweile meine 3. TEDx in Deutschland (nach Hamburg 2010 und Berlin 2010) war ich durchweg vom Konzept der TEDx-Events überzeugt und es war es mir wert, diesen Tag Urlaub zu nehmen und mir das Geld dafür zusammenzusparen. Selten konnte ich aus Konferenzen soviel Inspiration und positive Energien mitnehmen wie bei einer TEDx – möge es an dem Konzept liegen oder an den hervorragenden Sprechern oder womöglich doch an der guten Organisation durch das red onion Team.

Das Motto „Realities rebuilt“ lies dabei einigen Platz für Interpretation. Der Trailer der Miama Ad School war aber schon vielversprechend:

Auf der Website der TEDxHamburg fand sich zur Erklärung folgender Text:

When contemplating the notion of realities we must think beyond the traditional dichotomy of the real versus reality. Hence questions like “What distinguishes the real from the virtual?” have become obsolete. The reason for this resides in the notion that the virtual reality, just like the digital, sonic or any other reality, have become integral parts of one reality. This reality should not be understood as an ever-growing accumulation of realities but rather as a constituent whole; a constant flow of potentiality.

Facing reality today means confronting multiple realities which spread across a wide spectrum of everything imaginable and beyond. The forms and effects with which these realities manifest themselves have both local and global outcomes. It is our existential interdependence within the reality of an organismic world that leaves us with a relative autonomy of behaviour.

Consequently, these realities provide challenges and opportunities for change, enabling us to alter the conditions and modes of our being. Furthermore rebuilding realities, be it on a collective or individual level, is neither a case of mere adaptation nor of plain adjustment but rather an emerging mutual development.
The current TEDx investigation called ‘ Realities rebuilt’ is just that: an exploration of the various realities and contexts in which they can be rebuilt. The more we get to know the various realities surrounding and emerging from us, the better we learn to be/live in them. Rebuilding realities in this way is a constant motion in and of an interconnected world that keeps easing itself into its state of becoming.

Das Programm war zu diesem Thema diesmal wirklich gut zusammengestellt und kein Talk enttäuschte wirklich. Ein durchweg positives Bild zeichnete sich in allen Sessions ab. Einen guten persönlichen Eindruck (auch von vorherigen TEDxs) zeigt Michael Nordmeyer in seinem Blogpost „Barfuß und in Lederhosen – TEDxHamburg 2011“ auf. Ich kann mich seiner Meinung fast uneingeschränkt anschließen.

Persönlich waren meine Highlights dann doch aber andere Talks. Der Short Talk von Christian Wiebe war zwar fast zu kurz für meinen Geschmack – Christian hatte 7 min Zeit – doch sehr enthusiastisch, wenn auch etwas nervös, aber immer wieder symphatisch. Ich muss aber erwähnen, dass ich mit Christian und Viva Con Agua schon vor längerer Zeit zusammengearbeitet habe als Teil des Webteams. Ich bin also nicht ganz objektiv an dieser Stelle, aber bei sozialen Projekten sollte man das nie sein. Herzblut ist wichtig an dieser Stelle und das verströmte Christian auf jeden Fall auf der Bühne.

Ein weiterer Moment der Glückseeligkeit stellte sich ein, als Prof. Dr. Peter H. Seeberger auf die Bühne der TEDxHamburg trat. Ich wußte, ich hatte das Gesicht schon mal gesehen, kurz im Programm nachgelesen – Chemiker. Es klickte langsam in meinem Hinterstübchen. 2004, GDCh-Vortrag im Hörsaal HEG19 der Justus-Liebig-Universität Gießen, er war damals Professor an der ETH Zürich. Bei der TEDx wahrscheinlich der gefühlt chemischste Vortrag für alle anderen, für mich ein Heimspiel. Später konnte ich mit ihm auch kurz unterhalten. Es stellte sich heraus, dass er ein Kommilitone meines Lieblingsprofs an der Uni Gießen war. Hach. Übrigens war er sich nicht sicher, ob der Vortrag nicht doch zu chemisch für das Auditorium war, aber wer lustige Plüschfiguren zur Veranschaulichung tödlicher Krankheitskeime mitbringt und Pflanzen im Mixer zerkleinert, der brauch sich um das Verständnis fast keine Sorgen zu machen.😉

Extrem spannend fand ich auch die Talks von Thomas Auer („Green & Sexy“) sowie von Elisabet Sahtouris („Celebrating Crisis – Nature’s Key to Our Future“), die man gesehen haben sollte:

Faszinierend war auch die Erkenntnis, wie weit eigentlich 3D Printing schon heute ist.

Für die Gänsehautmomente war auch Platz. Dank eines Videos des Interview Project Germany, ein Projekt präsentiert von David Lynch. Ein Projekt mit einer simplen Idee, Interviews mit Menschen führen, die etwas erlebt haben, deren Leben Höhen und Tiefen hatten und deren Geschichte nicht vergessen werden soll. Es handelt sich um Episode 34 – eine Geschichte, die bewegt. Die mich emotional immer noch berührt, auch weil der Protagonist des Videos mittlerweile verstorben ist.

Der zweite emotionale Moment des Tages war wieder einmal die Musik. Alin Coen kannte ich schon länger und hörte sie zuletzt bei der LauschLounge, einem sehr schönen Format für unbekanntere und bekanntere Hamburg Künstler. Das sanfte Zupfen ihrer Gitarre, die ungewöhnliche Stimme und das zuvor gesehene Video aus dem Interview Project Germany füllten den Raum mit einer nie dagewesenen Stille.

Natürlich gab es auch heitere Momente, wie das TED Video „The greatest TED Talk ever sold“ von Morgan Spurlock („Super Size me“):

Was die Zukunft durch Innovationen bringen kann, bewies das TED video „The Birth of a Word“ von Deb Roy:

Ach ja, Männer sind arme Schweine. Das Y-Chromosom ist zu nichts zu gebrauchen – Danke Gerald Hüther für diese Erkenntnis.😉

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Alle Videos dazu finden sich mittlerweile auf der TEDxHamburg Website bzw. im TEDx-Youtube-Channel.

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